Gross Rating Point (GRP)

Definition und Berechnung

Der Gross Rating Point ist die Maßeinheit für Werbedruck. Er beziffert die Bruttoreichweite einer Kampagne in Prozent der Zielgruppe. Ein GRP bedeutet, dass Kontakte in Höhe von einem Prozent der Zielgruppe erzeugt wurden. Weil Mehrfachkontakte mitzählen, kann eine Kampagne weit über 100 GRP kommen, ohne 100 Prozent der Menschen erreicht zu haben.

Wie der Gross Rating Point berechnet wird

Multiplizieren Sie die Nettoreichweite in Prozent mit der durchschnittlichen Kontakthäufigkeit. Erreichen Sie 40 Prozent Ihrer Zielgruppe mit durchschnittlich drei Kontakten, ergibt das 120 GRP. Alternativ addieren Sie die Einzelreichweiten aller Schaltungen. Beide Wege führen zum selben Ergebnis, weil GRP eine Bruttogröße ist. Wichtig bleibt die Zielgruppendefinition: Dieselbe Kampagne erzeugt in einer engen Zielgruppe andere Werte als in einer breiten. Wenn zwei Angebote unterschiedliche Zielgruppen unterlegen, sind ihre GRP-Zahlen nicht vergleichbar. Wie wir Belegungen darauf aufbauen, zeigt die Radiowerbung.

Wie viel Werbedruck ein Plan braucht

Eine pauschale Zahl gibt es nicht, aber eine belastbare Logik: Zuerst genug Menschen erreichen, dann so oft wiederholen, dass die Botschaft haftet. Für einfache Botschaften genügen weniger Kontakte, für erklärungsbedürftige Angebote braucht es mehr. In der Praxis planen wir deshalb nicht auf eine GRP-Zahl hin, sondern auf eine Kontaktverteilung: Wie viele Personen erreichen wir mindestens dreimal in der Kampagnenwoche? Diese Frage entscheidet über Erinnerung, nicht die Bruttosumme. Bei kurzen Aktionszeiträumen kommt Timing dazu, weil Kontakte kurz vor dem Kaufmoment mehr wert sind als gleichmäßig verteilte.

Grenzen des GRP

Der GRP kennt keine Kreation, keine Aufmerksamkeit und keine Kanalqualität. Zwei Pläne mit 150 GRP können völlig unterschiedlich wirken, wenn einer in aufmerksamkeitsstarken Zeitschienen liegt und der andere in Randstunden. Zweite Grenze ist die Kanalvergleichbarkeit: Radio-GRPs stammen aus Befragungsstudien, digitale Kontakte aus Serverdaten, und beide messen unterschiedlich. Nutzen Sie den GRP deshalb innerhalb eines Kanals als Steuergröße und bewerten die Kampagne am Ende an Geschäftszahlen. Für regionale Pläne zeigt lokale Radiowerbung, wie sich hoher Druck in einem begrenzten Gebiet ohne nationales Budget erreichen lässt. Und achten Sie auf die Kontaktverteilung hinter der Summe: 150 GRP können bedeuten, dass die Hälfte Ihrer Zielgruppe fünfmal erreicht wurde und die andere Hälfte gar nicht. Diese Aufteilung entscheidet über die Wirkung, die Bruttozahl zeigt sie nicht.

Häufige Fragen

Ein Gross Rating Point entspricht Werbekontakten in Höhe von einem Prozent der Zielgruppe. Weil Mehrfachkontakte mitzählen, kann eine Kampagne über 100 GRP erreichen, ohne 100 Prozent der Menschen erreicht zu haben.

Die Nettoreichweite zählt jede Person einmal, der GRP addiert alle Kontakte. Ein Plan mit 40 Prozent Nettoreichweite und drei Kontakten pro Person erreicht 120 GRP. Beide Werte gehören zusammen, weil erst ihr Verhältnis die Frequenz zeigt.

Nur mit Vorsicht. Die Erhebungsmethoden unterscheiden sich, und Aufmerksamkeit in einer Sendesituation lässt sich nicht gleichsetzen. Für Budgetentscheidungen zwischen Kanälen brauchen Sie zusätzlich Kosten pro Kontakt und eine Einschätzung der Werbewirkung.