Blogeintrag – Programmatic Audio

01.02.2020 - Niklas Lürken

Ein alternativer Weg seine Zielgruppe zu erreichen

Was ist überhaupt Programmatic Advertising?

Programmatic Advertising gilt als einer der größten technologischen Fortschritte für den globalen Werbemarkt der vergangenen Jahre. Dabei bezieht sich Programmatic Advertising nicht nur, wie allgemein bekannt, auf die zielgerichtete Aussteuerung von Online-Display-Kampagnen, sondern auch auf die immer weiter wachsende Gattung „Audio“.

Wie hilft Programmatic Audio Werbetreibenden?

Mit Programmatic Audio ist es möglich, Werbung in Podcasts, auf Streaming-Diensten und in Online-Radios zielgenau zu platzieren. Zudem entstehen durch die aktuell weltweite Nutzung von 133 Mio. Smartspeakern neue Touchpoints, die via Programmatic Audio genutzt werden können.

75 % der weltweiten Musiknutzung wurden 2019 bereits über Streaming-Dienste generiert. Immer mehr Künstler bieten ihre Musik mittlerweile auf Streaming-Diensten an, wodurch auch die Nutzerzahlen kontinuierlich steigen.

Welche Daten können für Kampagnen hinzugezogen werden?

Daten, wie Geografie, Alter, oder Musikgeschmack der Nutzer, ermöglichen es Werbetreibenden, zielgerichtete und relevante Werbung an ihre Konsumenten auszuspielen. Diese „harten“ Daten, auch 1st-Party-Data genannt, sind das Öl unserer heutigen Zeit. Beispielsweise ist es mit Audio Programmatic möglich, den Nutzern von Streamingdiensten, die gerade im Park picknicken, oder grillen, Werbung für den nächstgelegenen Supermarkt zu senden, um auf bestimmte, für sie relevante Angebote hinzuweisen.

Ein weiterer Vorteil von Programmatic Audio besteht darin, dass für die Ansteuerung der Nutzer keine Cookies benötigt werden. Durch die anonymisierten Nutzerdaten der Streamingdienste wird somit für beide Seiten (Werbetreibende & Nutzer) ein nachhaltiger Kompromiss geschlossen. Das IAB Europe schätzt, dass der Online Audio-Markt in 2023 bereits 1Mrd. € umfassen wird. Tendenz steigend.

Eine persönliche Beziehung mit seinen Nutzern schaffen

Mithilfe von Audio-Werbung können Werbetreibende sprichwörtlich zu ihren Nutzern direkt sprechen und dies meist in Momenten, in denen sie in einer intimen Situation, wie in ihrem Zuhause, allein im Auto oder beim Sport sind.

Der Vorteil hierbei, die Nutzer können sich während dieser Zeit mit anderen für sie relevanten Tätigkeiten beschäftigten, werden aber durch die auditive Aktivierung unterbewusst beeinflusst und alles, ohne auf einen Display schauen zu müssen.

Hürden für Programmatic Audio

„Audio ist immer und überall.“

Dieser plakative Spruch bewahrheitet sich gerade in der heutigen Zeit mehr denn je. Für Werbetreibende ergeben sich durch die ständige Erweiterung von Touchpoints unendliche Möglichkeiten, mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten.

Warum also ist das Thema Programmatic Audio in der breiten Werbelandschaft häufig eher den Spezialisten bekannt?

Der große Unterschied zu bereits bestehenden Programmatic-Formaten für Gattungen, wie Display oder Video, liegt bei Audio in der bisher nicht vorhandenen Standardisierung. Dies bezieht sich auf Bereiche, wie den Inventareinkauf, die Messbarkeit, sowie inkompatible Technologie vieler Anbieter und Nachfrager.

Es bleibt abzuwarten, wie sich Programmatic Audio im Jahr 2020 in Deutschland entwickelt.

Niklas Lürken leitet bei ANY EVER die Abteilung Projektmanagement & Digital. Im täglichen Arbeitsgeschehen berät er Marken wie Audi, Isotec, mibetec und junited Autoglas bei Themen wie Media, Kreation oder Produktion. Zudem kümmert er sich um den digitalen Bereich bei ANY EVER. Hierzu zählen unter anderem die Weiterentwicklung des ANY EVER Portfolios sowie die Analyse neuer technischer Innovationen für das Medium Audio.